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Interview mit Kirsten Boie: Kirsten Boie

Lesen Sie hier einen Auszug aus unserem Interview mit Kirsten Boie, der wir an dieser Stelle ganz herzlich gratulieren möchten: Die beliebte Kinder- und Jugendbuchautorin wurde am 12. Oktober auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises 2007 für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet.


KaterPresse: Seit den negativen Ergebnissen der PISA-Studie sind Eltern zunehmend darauf bedacht, die Kinder zum Lesen zu stimulieren – ist es denn wirklich so, dass unsere Kinder zu Analphabeten aufwachsen? – Und – macht Lesen schlau?

Kirsten Boie:
Es gibt da eine große Schere in der Entwicklung – zum einen haben wir nach wie vor die Vielleser, zum anderen aber tatsächlich sehr, sehr viele zumindest funktionale Analphabeten. Und ja, Lesen macht nachweislich schlau. Das hat damit zu tun, wie das menschliche Gehirn arbeitet, darüber wissen wir ja seit einigen Jahren ziemlich viel.

KaterPresse:
Wann sollten Eltern am besten anfangen, ihren Kindern vorzulesen?

Kirsten Boie: Im ersten Lebensjahr. Da sollten sie mit ihnen Bilderbücher angucken und darüber sprechen.

KaterPresse: Vorlesen soll das Kind sprachlich fördern – wird es dadurch nicht überfordert?

Kirsten Boie: Überhaupt nicht! Die Eltern müssen sich nur darauf einlassen, dass das Vorlesen zu Anfang eher ein Gespräch ist, in dem das Kind bestimmt, was jetzt angeguckt werden und worüber gesprochen werden soll.

KaterPresse: Unser Magazin nele lele richtet sich an Kinder von 0 bis einschließlich 3 Jahre. In dieser Zeit entwickeln die Kleinen sehr schnell sehr viele und sehr unterschiedliche Fähigkeiten. Wie gestaltet sich das Vorlesen bei so kleinen Kindern?

Kirsten Boie: Man guckt gemeinsam die Bilder an und spricht darüber, man stellt Fragen, imitiert Tiergeräusche, man sagt, „guck, das ist ja genau wie gestern bei dir, als du…“ Erst allmählich kann man dann ganze Texte vorlesen.

KaterPresse: Sie haben die Schirmherrschaft für das im Dezember 2005 eröffnete Hamburger Kinderbuchhaus übernommen, und dieses Jahr waren Sie Schirmherrin der Aktionswoche „Lüneburg Liest“ - warum setzen Sie sich so dafür ein, dass sich Kinder, Jugendliche und nicht zuletzt deren Eltern Büchern zuwenden?

Kirsten Boie: Weil ich mir inzwischen sicher bin, dass von der Frage, ob ein Kind ein Leser ist – zumindest, ob es vernünftig lesen kann – ganz stark seine zukünftigen Chancen abhängen in einer Welt, in der wir immer mehr hochqualifizierte Menschen brauchen. Und die müssen nun mal auch komplizierte Texte schnell lesen und verstehen können. Und außerdem macht das Lesen natürlich unglaublich viel Freude!






 

 



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